Projektbeispiele

Evang. Jeremiakirche
Berlin

Juni 2021 (Vergabe) Neubau 16(32)/II/P

Im Rahmen der energetischen Ertüchtigung und der Flexibilisierung der Raumnutzung kam es bei Dacharbeiten zu einem großen Brandschaden, dem auch das bisherige Instrument der Fa. Walcker (16/II/P) von 1966 zum Opfer fiel.

Als Ersatz musste mit einem engen Budget ein neues Instrument geplant werden. Dabei wurde die vielfältige Raumnutzung, die zuvor mit dem planenden Architektur-Büro erarbeitet worden war, zugrunde gelegt:

Zusätzlich zur Liturgie/Gottesdienst sind sowohl Konzerte wie auch Musik zum Gemeindefest in einer großen musikalischen Vielfalt möglich.

Dafür wurde ein Konzept mit  zwei Schwellwerken, darin 16 realen Registern,  einem  Vorabzug, 7 Extensionen(*) in den Manualen sowie etlichen Pedaltrans-missionen entwickelt.

Als "Verstärker" der 16´-Lage stehen dort Tiefaliquoten bereit. 

Alle 16´- und 8´-Register sind dabei für die Oberoktavkoppel ausgebaut.

I. Manual C - g3
Bordun 16´
Principal 8´
Salicional 8´
Bordun 8´ *
Schwebung 8´ ab C *
Oktave 4´
Rohrflöte 4´
Quinte 2 2/3´
Oktave 2´ VA Mixtur
Terz 1 3/5´
Septime 1 1/7´ *
Mixtur 5 f. 2´
Fagott-Oboe 16´
Fagott-Oboe 8´ *
Tremulant I

II. Manual C - g3
Kontragambe 16´
Geigenprincipal 8´
Gamba 8´ *
Doppelflöte 8´
(Konzertvioline 8´ *)
(Konzertflöte 8´ *)
Viola 4´
Spitzflöte 4´
Piccolo 2´
Zauberflöte 1´ *
Trompete 8´
Trompete 4´ *
Tremulant II

Pedal C - g1
Bordun 16´ 
Kontragambe 16´
Quinte 10 2/3´
Principal 8´
Gamba 8´ *
Salicional 8´
Bordun 8´
Quinte 5 1/3´
Fugara 4´
Rohrflöte 4´
Terz 3 1/5´
Septime 2 2/7´
Mixtur 6 f. 2 2/3´
Fagott 16´
Trompete 8´
Trompete 4´
Oboe 2´

Walze, Setzer, div. Oktavkoppeln, etc.





Kath. St.  Martin 
Baar CH

September 2020 (Vergabe) Neubau Chororgel 7(8)/I/P

Zum Musizieren im Chorraum wie auch als Ersatzinstrument für den geplanten Ab- und Neubau der großen Orgel ist dieses auf Schwerlastrollen mobile Instrument konzipiert.

Zunächst mit angehängtem Pedal bestellt, ist eine spätere Erweiterung um ein ebenfalls mobiles selbständiges Subbass-Modul möglich.

Manual C - f4 (!)
Suavial 8´ *
Viol d´amore 8´ *
Rohrflöte 8´ *
Martinshorn 4´ *
Quinta 3´ *
Baarton 2 *
Quintatön 16´ ab c2
Physharmonika 16´ #
Oberoktavkoppel *

Pedal C - f1 angehängt
Physharmonika 16´ 
(Transmiss. Manual)
Subbass 16´ optional

* geteilt Bass/Diskant bei h0/c1

# geteilt Bass/Diskant bei h1/c2, mit Windschweller und Dämpfungsdeckel über Kniehebel


Konzerthaus Berlin Großer Saal

seit 2017 Sanierung, Nach-intonation und Erweiterung 74/IV/P

Neue Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität von Elektrik und Elektronik  sowie der Wunsch nach mehr klanglichem Gegengewicht zum Orchester sind die Aufgabenstellungen der Arbeiten, die jedes Jahr abschnittsweise in der spielfreien Sommerpause weitergeführt werden. Geplanter Abschluss ist im Sommer 2023.

Im ersten Bauabschnitt wurde eine neue dezentrale elektronische BUS-Steuerung eingebaut, die im Gegensatz zu computerbasierten Systemen keine Zeit "zum Hochfahren" benötigt und es ermöglicht, die Orgel während reiner Orchesterpassagen auszuschalten.

Für die klanglichen Wünsche wurden - neben einer sehr vorsichtigen Nachintonation - Sub- und Superoktavkoppeln eingebaut.

Die Orgel im großen Saal bei Fa. Jehmlich Orgelbau

Kino Babylon Berlin


seit Ende 2019 Betreuung der Maßnahmen nach der Teilrestaurierung
41 (97)/II/P

Deutschlands einzige Kinoorgel am Original-Standort.

Die Multiplex-Orgel hat 13 Pfeifenreihen (9 labial, 4 lingual) und 28 Effektaparate. Daraus werden 66 Register und 31 Effekte generiert.

Das Instrument wird mit einem sehr hohen Winddruck betrieben: 300mmWS - andere Pfeifenorgeln arbeiten meist mit Drücken von 60-90mmWS.

Die gesamte Orgel steht hinter einer Wand aus beweglichen Jalousien (Generalschweller), was eine große Dynamik ermöglicht.

Der Spieltisch befindet sich im Kinosaal links vorn, so dass die Zuschauer sowohl den Film als auch das Bespielen der Orgel beobachten können.

Die Orgel im Kino Babylon bei Fa. Jehmlich Orgelbau

Evang. Auenkirche Berlin

seit 2017 Planung und Fundraising für die Restaurierung & Erweiterung Fertigstellung 2023 91/IV/P


Dieses Instrument wurde im 19. Jahrhundert zunächst zweimanualig gebaut, wenngleich von vornherein eine Erweiterung auf drei Manuale angelegt war. Kurz nach dem ersten Weltkrieg wurde diese Erweiterung realisiert, und noch im gleichen Jahrzehnt - unter dem Einfluss Mahrenholz´scher Ideen eine Umdisposition zu einer "werkmäßigen Disposition" durchgeführt.

Das Foto des Spieltisches von 1928 mit Walze und fünf (!) Schwelltritten gibt bis heute Rätsel auf.

Nach dem zweiten Weltkrieg  wurde die Orgel in starkem Maße umintoniert, ein neobarockes Positiv erweiterte in den 1960er Jahren die Orgel auf den heutigen, viermanualigen Zustand, etliche Register wurden danach noch getauscht und hinzugebaut.

Gleichzeitig ist der Zustand technisch und musikalisch  aufgrund eines massiven Wartungsstaus so, dass ein erheblicher Teil der Orgel derzeit unspielbar ist.

Die Orgel der Auenkirche

Kath. St. Josef Horgen CH


2018 Klangkonzeption und Disposition gemeinsam mit Jonas Herzog, Fislisbach
Neubau 40/III/P

Eigentlich als zweimanualige Orgel in der Klanglichkeit des Thüringer Barock angelegt, wurde hier eine Truhenorgel als III. Manual - transponierbar - für Continuo-Zwecke hinzugefügt.

Dieses Werk mit zwei labialen Stimmen und einem Zungenregister ist über einen Handzug schwellbar.

Wie in Thüringer Barockorgeln öfter zu finden, gibt es hier im Hauptwerk ein dynamisch spielbares Schalen-Glockenspiel, ab c1.

Die Orgel von St. Josef bei Fa. Metzler Orgelbau

Evang. Stiftung Lobetal

2015 Neubau 23/II/P

Hier war möglichst viel Platz auf der Empore für den Posaunenchor gewünscht.

Daher stehen Spieltisch und ein Teil der Orgel auf dem Boden und nur ein Teil auf der Empore. Dort oben gibt es dafür noch eine Klaviatur und Registerzüge für das Hauptwerk.

Dadurch kann man nicht nur von dort die Bläser begleiten, sondern auch mit zwei Organisten an den beiden Spieltischen musizieren.

Auch eine Besonderheit: Es gibt drei Keilbälge mit Tretanlage, was sich tatsächlich schon bei Stromausfall bewährt hat.

Die Orgel der Stiftung Lobetal bei Fa. Alexander Schuke